Road to Madeira

EMA-Präsident Kurt Kaschke saß in der warmen Frühlingssonne Portugals und dachte sich bei einem kühlen Drink heiße Konzepte aus, wie er seine Laufgemeinde in dieser unsäglichen C-Zeit zusammenhält. "Road to Madeira" kam dabei heraus. 5 km im Mai, 10 km im Juni, eine englische Meile im Juli und leider der Halbmarathon im sonnenstarken August sollten, konnten, durften wir weltweit bei dieser "Open European Masters` Challenge" rennen. Jeder für sich, zuhause, tagsüber, nachts, egal. Ankommen mußte man da, wo man ablief. Nur bergab- und mit Rückenwind laufen also ausgeschlossen. Dokumentieren, das Ergebnis beim Europaverband einreichen, fertig. Warmrennen für die Explosion bei der richtigen EM auf der Straße und eine Woche danach am Berg Ende Oktober auf Madeira. Ich verschlief die ersten Monate und wachte im August auf. "Wir brauchen dich für die deutsche Mannschaft," rief Robert Rohregger (gewann später die M55 in Einzel und Mannschaft!) aus Steinhagen, Kreis Gütersloh so laut, daß ich aufwachte. Halbmarathon. 21.095 harte Meter. Alleine. Eine fast endlose Quälerei lag vor mir. Robert absagen? Unmöglich. 2014 hatte er sich im über 40° C heißen Izmir, Türkei mit Magenkrämpfen brutal durchgekämpft und uns zum Europameister gemacht. Von 12 gestarteten Türken waren 11 damals ausgestiegen. Robert nicht. Also ran da. Ich wählte die Strecke von Marienthal zum Öjendorfer Park, drehte zwei Runden und dann wieder zurück. Unter 1:40 Stunden hatte ich vollmundig verkündet, lief 4:40 an und das lief erstaunlich gut. Am Ende war sogar noch etwas Feuer da. Bei 1:36:27 Stunden war die Quälerei zu Ende. So langsam wie noch nie, aber doch so gut es eben ging. Im Alter werden halt die Strecken kürzer und die Zeiten länger. Sei's drum. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluß. Ich war mit 22 Sekunden Vorsprung der Schnellste vor einem Rumänen, der im letzten Jahr noch beachtliche 1:28 Stunden in der M65 lief. "Gold-Boris" schrieb die Bild-Zeitung tags darauf und erwähnte sogar den Hamburger Sportclub als Verein, was im Abendblatt keine leider Beachtung fand. In der Mannschaft soll mir ebenfalls eine Medaille zugeschickt werden für meine eigene Siegerehrung über den Stuhl auf den Tisch im Wohnzimmer. Der Computer von Open Track ist derzeit aber in extrem schwacher Form und rechnet noch an der Farbe herum. Gemessen wird nämlich am WMA-Standard, der sich an den bestehenden Altersweltrekorden orientiert und den Malus des Alters etwas kompensiert. So ist meine 1:36 eine 1:13 eines 35jährigen wert. Und die wurde im heißen August gerade mal vom Schnellsten aller Klassen abgeliefert. Hier die Artikel dazu im Abendblatt und in der Bild Zeitung Boris Bansemer