Frankfurt Marathon 2019

Und plötzlich steht eine Zwei vor dem Komma

Am 27. Oktober war es für mich soweit und ich startete um 10 Uhr aus dem ersten Startblock direkt hinter der Elite zu meinem ersten Frankfurt-Marathon. Für mich war es schon beeindruckend, so weit vorne bei einem großen Stadtmarathon zu stehen.

Wie gesagt ging es um 10 Uhr pünktlich los. Die ersten 12 km sind in einem Zickzack-Kurs durch die Frankfurter Innenstadt zu laufen. Vorbei an den Wolkenkratzern der Mainmetropole und durch Häuserschluchten. Das erste Mal, das ich meine Eltern, die mich dankenswerter Weise anfeuerten und unterstützten, sah, war bei km 4. Dort liefen wir gegenüber des Startbereichs vorbei. Hier wurde mir klar „Du hast schon 4 km geschafft und die starten jetzt erst.“ Ich fand auch sehr früh eine Gruppe, in der ich mich gut verstecken konnte. Jedoch war ich auf den ersten 5 Kilometern eine gute Minute zu schnell. Ich versuchte das Tempo ein wenig zu drosseln, was mir mäßig gelang. Meine Durchgangszeit bei km 10 war immer noch zu schnell. Ich endschied mich, das Tempo durchzulaufen, da ich mich gut fühlte.

Bei km 12 ging es über die „Alte Brücke“ auf die andere Mainseite nach Sachsenhausen und Niederrad. Hier war es ein wenig ruhiger als in der Innenstadt und es fiel mir leichter, mich auf das Tempo zu konzentrieren. Kurz vor der Halbmarathonmarke hatte ich mir bei der Eigenverpflegung eine Flasche deponieren lassen, die ich auch schnell fand.
Bei der Halbmarathonmarke entschied ich mich erneut, das Tempo zu halten, was rückblickend die richtige Entscheidung war. Bei km 24, als es über die Schwanheimer Brücke ging, überholte ich schon die ersten, die zu schnell angegangen sind. Dann ging es auch schon in den nächsten Stimmungshotspot in Höchst. Da hier der letzte Staffelwechsel war, war die Stimmung sehr gut.
Kurze Zeit später kamen einem aufgrund des Streckenverlaufs die nachfolgenden Läufer entgegen. Dort erspähte ich auch die beiden 2:59 h-Pacemaker und rechnete mir meinen Abstand zu ihnen aus. Hier wurde mir bewusst, dass es mit der angestrebten Zeit unter 3 Stunden klappen würde. Hier fing es dann auch leicht an zu regnen.

Nach 30 gelaufenen Kilometern ging es auf die von mir gefürchtete Mainzer Landstraße. Immer noch fühlte ich mich gut. Und hielt weiter mein Tempo. Am Platz der Republik standen wieder meine Eltern und ich lief grinsend an ihnen vorbei. Da es durch den Regen immer nasser wurde, bekam ich ab km 37 leichte Krämpfe in der rechten Wade. Die letzten sechs Kilometer ging es nochmal durch die City. Dort war trotz des Regens immer noch eine unglaubliche Stimmung. Durch die „Fressgass“ und auf dem Opernplatz war es unglaublich laut. Überall Menschen, die einen anfeuerten und ins Ziel pushten!

Nun war es endlich soweit und wir bogen auf die Zielgerade ein. Den Messeturm und den "Hammering Man" fest im Blick. Im Schatten des Hammermannes, mit dem ich heute kein Date ausgemacht hatte, bogen wir dann zur Festhalle ab. Als ich in diese hineinlief, konnte ich meine Emotionen nicht mehr zurückhalten und jubelte. Es ist schon ein Moment wo man Gänsehaut hat, wenn man hier einläuft. Auf der Uhr über dem Ziel stand eine 2:55! Im Ziel saß ich geschätzt 5 Minuten einfach nur dort und merkte, wie mir die Tränen übers Gesicht flossen. Es hatte geklappt, mein sehr ehrgeizig gestecktes Ziel zu schaffen und eine 2:55:05 zu laufen. Grinsend nahm ich meine Mutter in den Arm und bekam von ihr gesagt, dass auch das zweite Ziel geklappt hat. Die Qualifikation für den Marathon in Boston.

Patrick